Pandoro

Wenn ihr mit erhobenem Blick durch die Stadt schlendert, könnt ihr dem wohl kuriosesten Pandoro Veronas begegnen. In der Corso Portoni Borsari, in diesem Palast aus dem späten 19. Jahrhundert, der 1894 die Fabrik von Melegatti beherbergte, soll der Pandoro entstanden sein.
Domenico Melegatti, Sohn des Konditors Pietro, ließ diese Süßspeise patentieren. So erhielt er am 14. Oktober 1894 vom Ministerium für Landwirtschaft, Industrie und Handel des Königreichs Italien ein Patentzertifikat, das festlegte, dass der Pandoro von diesem Zeitpunkt an ihm gehörte. Das Patent wurde für die Erfindung des Namens, der Form und des Rezepts des Pandoro erteilt. Schon bald hatte das Gebäck zahlreiche Nachahmer, sodass sich der Gründer gezwungen sah, die berühmte „1000-Lire-Herausforderung“ auszurufen: Domenico Melegatti forderte die Konditoren, die ein seinem ähnliches Gebäck herstellten, auf, das echte Rezept des Pandoro zu veröffentlichen, und setzte dafür eine Belohnung von 1000 Lire aus. Kein einziger Konditor meldete sich.
Der Legende nach geht der Name auf den Ausruf eines Bäckergehilfen zurück, der beim Anblick einer von der Sonne beleuchteten Scheibe des Gebäcks im Dialekt gesagt haben soll: "L’è propio un pan de oro!“ ("Das ist wirklich ein goldenes Brot!“).